Initiativen-Start von STOP Hate Crime & Speech in Innsbruck

(For English version scroll down)

Vergangenen Samstag fand in Innsbruck der offizielle Start der Kampagne STOP Hate Crime & Speech statt. Ins Leben gerufen wurde die Initiative vom Verein Vielfalt und ist Teil des No Hate Speech Movements des Europarates.

Sie bieten damit eine Anlaufstelle für alle LGBTQIA+ Menschen an, die Opfer von Hassrede und/oder Gewalt wurden. Man kann Vorfälle anonym melden und muss so auch keine Angst haben, unabsichtlich geoutet zu werden. Man kann sich auf der Website außerdem Informationen holen, wohin man sich persönlich wenden kann, wie man sich bei Vorfällen verhalten kann, etc. Die Initiative möchte generell die Gesellschaft für Hassverbrechen uns gegenüber sensibilisieren, sich mit Opfern solidarisieren, aber auch eine Statistik erstellen, nachdem einerseits Hassverbrechen gegen LGBTQIA+ nicht gesondert erhoben werden und weil andererseits nur ein geringer Teil der Betroffenen zur Polizei geht.

Die Eröffnungsveranstaltung fand im Hotel Europa direkt am Bahnhof statt. Die Redner*innen waren bunt gemischt: Josef Hosp von den Gay Cops Austria hat Ergebnisse einer Studie zu Hassverbrechen gegen LGBTQIA+ vorgestellt, Drag Queen Rachel Estrella Cloud ist Botschafterin der Initiative und hat ein kurzes Statement abgegeben, Sven Alexander Hofer vom Verein Vielfalt hat Hintergründe, Ziele und Methodik der Initiative vorgestellt und Thomas Lechleitner von den Grünen Andersrum hat ebenfalls ein kurzes Statement abgegeben. Außerdem gab es Videobotschaften von Bundesrat Mario Lindner und Ulrike Lunacek (Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments).

Ein Punkt, abseits der Inhalte der Kampagne, der angesprochen wurde, war die leider sehr geringe Teilnehmer*innenzahl. Es war wirklich schade, dass nur so wenige den Weg nach Innsbruck auf sich genommen haben. Vielleicht lag es ja an dem am Abend stattfindenden Eurovision Song Contest Finale. 😉

Nach einer Pause hat schließlich noch die Bundespräsidentschaftskandidatin Irmgard Griss gesprochen. Um ganz ehrlich zu sein war ich mir lange nicht sicher, ob sie die Kampagne nun unterstützt oder ob sie Wahlwerbung für sich selbst macht. Inhaltlich ging es sehr allgemein um Unzufriedenheit in der Bevölkerung, was die Menschen von der Politik wollen und dass Hass nichts bringe. Die Kampagne hat Frau Griss kein einziges Mal erwähnt, ein paar Male hat sie die „Homoehe“ erwähnt oder von „Homosexuellen“ oder „Schwulen“ gesprochen. Alle anderen Gruppen wurden fein ausgeklammert. Ein Punkt, der auch in der anschließenden Fragerunde kritisiert wurde. Der Vortrag von Frau Griss hat außerdem gezeigt, dass es als Hetero und Politiker*in nicht ausreichend ist, die „Homoehe“ zu unterstützen und sich auf die Schulter zu klopfen, wenn man im nächsten Atemzug sämtliche Verantwortung auf den NGOs ablädt und erwartet, dass wir die Politiker*innen davon überzeugen, uns großzügigerweise Gleichstellung zu gewähren.

Aber alles in allem war es ein feiner Nachmittag, mit spannenden Infos (vor allem die erwähnte Studie zu LGBTQIA+-Gewalterfahrungen, man kann sie übrigens online hier nachlesen!) und ich persönlich habe ein paar nette Menschen kennen gelernt. (Nachdem ich ja doch noch ziemlich neu bin in dieser Art von politischem Aktivismus. 😉 )

Jetzt gilt es nur noch, die Website der Kampagne zu teilen. Also bitte- verbreitet den Link in euren Social Media Profilen, spread the word!
Wenn ihr könnt und wollt- die Kampagne finanziert sich ausschließlich durch Spenden und würde sich über Unterstützung freuen.

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Last Saturday the campaign STOP Hate Crime & Speech got kicked off in Innsbruck. The whole thing was started by Verein Vielfalt and is a part of the No Hate Speech Movement by the Council of Europe.

They offer a contact point for LGBTQIA+ people who have fallen victim to hate speech and/or crimes. You can report incidents anonymously online and don’t have to be scared of getting outed inadvertently. You can also gather information on what to do, how to react in a potentially dangerous situation, etc. on the website. The initative wants to sensitise the public to crimes against us, show solidarity with victims and gather statistics, since hate crimes against LGBTQIA+ aren’t gathered by the police and a lot of people don’t even report it. (Unfortunately, as of now the website is only available in German.)

The opening happened in Hotel Europa close to the train station. Among the speakers were: Josef Hosp from Gay Cops Austria who presented the results of a study about hate crimes against LGBTQIA+, Drag Queen Rachel Estrella Cloud who is ambassador for the campaign issued a statement, Sven Alexander Hofer from Verein Vielfalt explained the background, goals and methods of the campaign and Thomas Lechleitner from Grüne Andersrum issued a short statement as well. There were also videos from Bundesrat Mario Lindner and Ulrike Lunacek (vice president of the European Parliament).

One thing that was mentioned, apart from the campaign, was the low number of people that actually showed up. It’s a pity that only so little of us made their way to Innsbruck. Maybe the Eurovision Song Contest finale later that evening had something to do with that. 😉

After a break presidential candidate Irmgard Griss spoke as well. To be quite honest I wasn’t too sure if she’s supporting the campaign or if she’s advertising for herself. With regards to content, she spoke about why people are unsatisfied, what people want from politics and that hate doesn’t get us anywhere. The campaign wasn’t mentioned and the few times she mentioned something related, she spoke about „homosexuals“, „gays“ and „gay marriage“. All other groups weren’t mentioned once, something that was later criticised during the Q&A session. Griss‘ talk showed that it’s not enough for straight people- and especially politicians- to support same sex marriage and pat yourself on the back, especially if you shift all responsibility to NGOs and expect us to convince politicians to graciously grant us the same rights that straight people enjoy.

But all in all it was a neat afternoon with fascinating information (you can read the study online if you want to, it’s only in German though) and I personally met a few nice people. (Since I’m pretty new to this kind of political activism. 😉 )

Now we need to spread the word about this initative. So please, share the link on your social media and let your queer friends know that they can take action when they’re attacked.
If you are able to and want to- the campaign is solely financed with donations and they’d be happy about everything you can give.

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