Regenbogenparade und Pride 2017

Der Pride Month war heuer ein guter Monat für die visiBi*lity. Wir waren mit einem Stand am Andersrum-ist-nicht-verkehrt-Straßenfest in der Otto-Bauer-Gasse, hatten einen Stand im Pride Village und sind als Fußgruppe bei der Regenbogenparade mitmarschiert!

Andersrum-ist-nicht-verkehrt-Straßenfest

Am 3. Juni waren wir dort vertreten und haben Flyer verteilt, Leute informiert und waren sichtbar. Das Fest an sich war total nett, wenn auch etwas laut (zumal wir direkt neben einem Lautsprecher waren), und wir haben uns trotz 20 Minuten Platzregen die Laune nicht verderben lassen. Es sind einige Leute auf uns interessiert zugekommen und haben uns Fragen gestellt. Auch unsere Bi-Zuckerl (in rosa, lila und blau) sind sehr gut angekommen.
Leider gab es auch negative Aspekte: Einigen von uns ist aufgefallen, dass vorbeigehende homosexuelle Pärchen uns naserümpfend betrachteten und nicht sehr begeistert wirkten. Aber das ist auch genau der Grund, weshalb es eine Gruppe wie die unsere braucht!

Pride Village

Unsere Präsenz im Pride Village war eine ziemlich coole Sache. Unser Standort war leider etwas ungünstig (rechts neben der Bühne, weit weg vom Rest des Geschehens), hatte aber auch seine Vorteile: Es war nicht sehr laut und der Schatten des Rathauses sowie der in unserem Eck gehende Wind zogen einige Leute an, die vor der Hitze im Rest des Villages flüchteten. Wir haben wirklich viele Menschen erreicht- sowohl Bi*sexuelle, die nicht wussten, dass es eine Gruppe für sie/uns gibt, als auch Homosexuelle, die Fragen hatten, sich eventuell schwer getan haben unsere Sicht der Dinge zu verstehen, ebenso wie Heterosexuelle, denen es teilweise ähnlich ging. Wie ich in Gesprächen merkte, regten die Diskussionen auch durchaus zum Nachdenken über eigene Bi-Vorurteile an und allein das ist doch schon die halbe Miete.

Regenbogenparade

Am Samstag kam es dann endlich zum Höhepunkt der Wiener Pride: die Regenbogenparade fand statt. Es war zum Glück nicht mehr ganz so heiß wie die Tage davor, leider aber auch sehr windig und regnerisch. Deshalb entschlossen wir uns dazu, das Banner im Village zu lassen und stattdessen die große Fahne zu verwenden.

Wir waren eine Kerngruppe von ungefähr 20 Leuten, während der Parade sind immer wieder neue Leute zu uns gestoßen, die wir am Weg aufgegabelt haben und manche haben uns dann auch wieder aus den unterschiedlichsten Gründen verlassen. Zu unseren stärksten Zeiten waren wir also durchaus eine sehr große Gruppe, die definitiv sichtbar war! Auch heuer haben wir wieder Flyer verteilt und auch heuer hatten wir viel zu wenige mit. Leider hatten wir bei der Startnummernziehung Pech und waren mit Nummer 61 von 67 ziemlich weit hinten, weshalb es auch lange gedauert hat, bis wir endlich losgehen konnten. Dann waren wir aber mit guter Laune dabei und einige von uns haben die vor uns marschierenden Trommler*innen als Anlass genommen, sich auszutoben und mitzutanzen. Die Laune war generell super, auch der teilweise starke Wind und der zum Glück nur leichte Regen konnten uns diese nicht vermiesen.

Kritisieren möchte ich, dass kleine aktivistische Gruppen wie unsere in der Parade leider ziemlich untergehen. Wir finden kaum Fotos von uns (obwohl wir oft fotografiert wurden). Wenn man nicht mega bunt, laut, schrill ist und Party macht ist man anscheinend nicht interessant genug. Ein bisschen weniger Party und ein bisschen mehr Aktivismus würde der Parade schon gut tun…

Aber alles in allem war die Pride für uns ein ziemlicher Erfolg. Es gibt organisatorisch noch einiges zu verbessern, aber wir sind ja noch jung und nächstes Jahr haben wir sicher genug Flyer mit! ;D

Wir sind auch schon gespannt, ob neue Gesichter beim Treffen am 4. Juli dabei sein werden. Wie immer freuen wir uns auf neue und alte Gesichter gleichermaßen! 😉

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